Keine Profite mit der Miete – Unsere Demo unter dem Motto „LEG es reicht!”

Am 15.05. haben wir mit 60 Leuten ein lautstarkes Zeichen gegen die LEG und für vernünftige und menschenwürdige Wohnbedingungen gesetzt. Wir sind mit zahlreichen Schildern und Transparenten vom Nah und Frisch zur LEG-Zentrale auf der Hammer Straße gezogen. Viele der Schilder hatten NachbarInnen schon letztes Jahr zusammen gemalt, als wir die Demo wegen Corona absagen mussten. Jetzt konnten wir endlich unsere Wut laut auf die Straße tragen. Unsere Wut darüber, dass die LEG weiterhin intransparente Nebenkostenabrechnung macht, viele Wohnung in einem unzumutbaren Zustand sind, die Mieten zu hoch sind, es kaum Sprechstunden und immer noch keinen Hausmeister gibt. Wir haben darauf aufmerksam gemacht, dass all diese Probleme überhaupt erst existieren, weil die LEG mit unserer Miete und diesen Zuständen riesige Profite macht – die sie sich in die eigene Tasche steckt, anstatt damit die Situation von uns Mieter*innen zu verbessern. Daher schreckt sie auch nicht davor zurück, uns in verschimmelten Wohnungen leben oder uns ohne Heizung in den kalten Wintermonaten frieren zu lassen. Es sei also auch hier, genauso wie auf der Demo, gesagt: „Keine Profite mit der Miete!“ Darüber hinaus haben wir durch Ausrufe wie „Berg Fidel? Solidarisch!“ gezeigt, dass wir über den Kampf gegen die LEG hinaus ein solidarisches Berg Fidel haben möchten, indem sich alle wohl fühlen können. Wir kämpfen gemeinsam gegen Ungerechtigkeiten und für eine solidarische Gesellschaft!

Viele Mieter*innen haben am Mikrofon ihre persönlichen Erfahrungen mit der LEG geteilt. Sie sprachen über monatelang überflutete Keller, Schimmel in den Wohnungen, kaputte Fahrstühle, intransparente Nebenkostenabrechnungen und den nicht vorhandenen Hausmeister. Sie sprachen darüber, wie die LEG sie abwimmelt und ihnen die Schuld für die schlechten Zustände gibt. Und es wurde über die unerträgliche Kälte in den Wohnungen während der Wintermonate berichtet, weil es ständig ganze Häuserblöcke ohne funktionierende Heizung gab.

Aber auch LEG-Mieter*innen aus anderen Stadtteilen Münsters haben berichtet. Unter anderem sprach ein LEG-Mieter aus der Kolmar-Straße, der sich mit einigen Nachbar*innen gegen eine geplante Mieterhöhung durch die LEG zusammengeschlossen hat. Er sprach von einer 140 Euro schweren Mieterhöhung, die durch eine Scheinmodernisierung begründet wird, die aber faktisch eine Instandhaltung ist. Eine schon zur Gewohnheit gewordene Praxis der LEG und anderer Wohnungskonzerne, da so die Miete auf einen Schlag legal erhöht werden kann. Dazu sagen wir: Das ist eine Schweinerei! Wir stehen solidarisch an eurer Seite!

Viele Mieter*innen haben am Mikrofon ihre persönlichen Erfahrungen mit der LEG geteilt. Sie sprachen über monatelang überflutete Keller, Schimmel in den Wohnungen, kaputte Fahrstühle, intransparente Nebenkostenabrechnungen und den nicht vorhandenen Hausmeister. Sie sprachen darüber, wie die LEG sie abwimmelt und ihnen die Schuld für die schlechten Zustände gibt. Und es wurde über die unerträgliche Kälte in den Wohnungen während der Wintermonate berichtet, weil es ständig ganze Häuserblöcke ohne funktionierende Heizung gab.

Aber auch LEG-Mieter*innen aus anderen Stadtteilen Münsters haben berichtet. Unter anderem sprach ein LEG-Mieter aus der Kolmar-Straße, der sich mit einigen Nachbar*innen gegen eine geplante Mieterhöhung durch die LEG zusammengeschlossen hat. Er sprach von einer 140 Euro schweren Mieterhöhung, die durch eine Scheinmodernisierung begründet wird, die aber faktisch eine Instandhaltung ist. Eine schon zur Gewohnheit gewordene Praxis der LEG und anderer Wohnungskonzerne, da so die Miete auf einen Schlag legal erhöht werden kann. Dazu sagen wir: Das ist eine Schweinerei! Wir stehen solidarisch an eurer Seite!

In Solidarität mit unserem Widerstand, wurde eine Grußbotschaft der Stadtteilinitiative Solidarisch in Gröpelingen abgespielt, in der sie uns ihre Solidarität aussprachen. Darüber hinaus machten sie darauf aufmerksam, dass es die gleichen Probleme auch mit anderen Wohnungskonzernen gibt, wie bei ihnen in Bremen mit „Vonovia“. Das Problem sind also nicht nur die einzelnen Konzerne, sondern dass in diesem System überhaupt mit der Miete Profit erwirtschaftet werden kann. Das lässt sich nur durch gemeinsamen Widerstand ändern! Deshalb sei es ungemein wichtig sich deutschlandweit zu vernetzen und sich gemeinsam zu wehren. Dieselbe Meinung vertreten wir auch und deshalb bleiben wir standhaft in unserer Einigkeit sowie unseren Forderungen: Alle zusammen gegen die Vermieter!

Zudem haben wir Unterstützung von der „LEG-Mieter*inneninitiative Münster“ bekommen, die sich in anderen Stadtteilen Münsters gründeten, um ebenfalls für bessere Wohnbedingungen einzutreten.

Schon bei der Auftaktkundgebung vor dem Markant haben uns viele NachbarInnen ihre Unterstützung ausgesprochen. Noch einmal merken wir, dass das Thema LEG viele viele Menschen im Viertel beschäftigt und wütend macht. Unsere Demonstration konnte uns und unseren NachbarInnen das Gefühl geben, dass wir damit nicht alleine sind. Dass es sich lohnt, zusammen zu kämpfen und das das auch schön aussehen kann und Spaß macht. Die zusätzliche Unterstützung von solidarischen Menschen aus anderen Vierteln macht uns hoffnungsvoll, dass sich etwas ändern kann – wenn wir gemeinsam dafür kämpfen.

Wir haben mit der Demo ein starkes Zeichen gesetzt! Doch das wird nicht die letzte Demo gewesen sein! Wir haben Mut und Energie bekommen, weiterzumachen: Wir werden uns weiterhin solidarisch zusammenschließen und gegen die LEG kämpfen! In Berg Fidel und deutschlandweit! LEG es reicht! Für eine solidarische Gesellschaft!

 

Kundgebung vor der LEG Zentrale

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Offener Brief der LEG-Mieter*innen aus Berg Fidel

Offener Brief der LEG-Mieter*innen aus Berg Fidel

Münster, 25.03.2021

An die Verantwortlichen bei der LEG,

Vor über einem Jahr haben wir Ihnen einen Brief geschrieben und Ihnen darin die  Wohnsituation und die damit verbundenen Probleme vieler Mieter*innen der LEG- Wohnungen in Münster, Berg Fidel, geschildert. Diesen Brief haben wir Ihnen mit 400 Unterschriften von Mieter*innen zugeschickt, um zu zeigen dass es sich nicht um Einzelfälle handelt.
Im Sommer 2020 bekräftigten wir unsere Forderungen an Sie als Vermieter.
Die Situation hat sich seit dem nicht wesentlich verändert, wir Mieter*innen haben weiterhin zahlreiche Probleme in unseren Wohnungen, worum Sie sich nicht angemessen kümmern.

Wir fordern weiterhin:

1) Einen verlässlichen Hausmeisterdienst speziell für Berg Fidel!
• Der Hausmeisterdienst sollte telefonisch erreichbar sein.
• Dieser Dienst braucht eine tägliche Sprechstunde an einem festen Ort in Berg Fidel, sodass wir ihn erreichen können. Ebenso brauchen wir einen verlässlichen Notfalldienst, z.B. im Falle eines Wasserrohrbruchs.
• Dieser Dienst muss sich zeitnah um die Behebung von Mängeln kümmern, Reparaturen und regelmäßige Aufgaben durchführen: eine quartalsmäßige Beleuchtungskontrolle, regelmäßige Kontrolle der Heizungen, Aufzüge und Hausreinigungen.
• Dieser Dienst muss die Bewohner*innen über die korrekte Müllentsorgung informieren, im besten Fall in möglichst vielen Sprachen – z.B. in der Form von Informationsflyern. Ebenso kann er kontrollieren, ob die korrekte Entsorgung dann auch stattfindet. Dadurch können sowohl der Rattenbefall als auch die Brandgefahr verringert werden.

2) Ansprechpartner*innen und Sprechstunden der LEG-Verwaltung!
• Die Verwaltung der LEG kann nicht nur per Telefon erreichbar sein. Wir brauchen mindestens ein Mal in der Woche Verwaltungsangestellte vor Ort, die direkt ansprechbar sind.

3) Transparenz bei unseren Nebenkosten-Abrechnungen!
• Erhöhungen der Nebenkosten müssen rechtzeitig angekündigt werden, bevor sie abgebucht werden.
• Sie müssen uns transparent darlegen, wie sich die Nebenkosten zusammensetzen und warum diese ggf. steigen.
• Wir erwarten, dass wir nur für Leistungen zahlen müssen, die auch erbracht werden.

Erläuterungen zu den Forderungen:
Hausmeisterservice
Einen Hausmeisterservice haben wir in Berg Fidel noch immer nicht, obwohl wir ihn seit Jahren bezahlen! Die Probleme nehmen aber weiterhin zu. Viele Häuser in Berg Fidel waren im Winter teils mehrere Tage ohne funktionierende Heizung. In einigen Wochen in diesem Winter hatten wir zweistellige Minusgrade! Auch in dieser Zeit gab es mehrere Wohnungen und Häuser, in denen die Heizung ausgefallen ist. In einigen Wohnungen wurde die Problematik weiterhin durch nicht oder nur unzureichend schließende Fenster verstärkt. Wir brauchen einen Hausmeister, der schnell und unkompliziert vor Ort die Schäden aufnehmen und bestenfalls direkt beheben kann!
In vielen Kellern gibt es bereits Schäden durch Wasser. Diese bestehen teilweise schon seit Jahren! Ein Hausmeister könnte diese besser im Blick haben und schneller beheben. Die Problematik mit dem Schimmel in den Häusern und Wohnungen könnte sich damit reduzieren lassen!
Der Zustand unserer Wohnungen wird nicht besser. LEG, kümmern Sie sich um Ihre Häuser!
Wir brauchen einen Ansprechpartner vor Ort. Wir brauchen einen Hausmeister!
Als Beispiele für den Zustand der Häuser und Wohnungen senden wir Ihnen auch dieses Mal einige Fotos mit. Würden Sie sich hier sicher und zu Hause fühlen? Es sind nur wenige Beispielaufnahmen. Sie stehen jedoch stellvertretend für viele weitere Wohnungen in Berg Fidel.

Sprechstunden im Viertel
Ein paar Wochen lang kamen Sie im vergangenen Jahr unserer zweiten Forderung entgegen. Es gab Sprechstunden der Verwaltung. Uns ist bewusst, dass die Coronasituation im letzten Jahr und auch jetzt vieles erschwert. Trotzdem muss es möglich sein unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln Sprechstunden vor Ort durchzuführen.
An der Tür des LEG Büros werden wir darüber informiert, dass die Sprechstunden bis zum Februar 2021 ausfallen. Wir schreiben Ihnen diesen Brief Ende März 2021. Wann gibt es wieder Sprechstunden der Verwaltung?

Wir wollen Ihnen mit den Bildern und unseren Worten deutlich machen, wie die Wohnsituation vieler Mieter*innen in Münster Berg Fidel ist. Werden Sie Ihrer Verantwortung als Vermieter gerecht und verbessern Sie endlich die Wohnsituation ihrer Mieter*innen!
LEG, wir fordern Sie auf uns Antwort zu geben auf folgende Fragen:
Wann finden wieder Sprechstunden des Hausmeisters statt?
Wann finden wieder Sprechstunden der LEG Verwaltung statt?
Wann werden Notfälle behoben?
Wie viel Zeit brauchen Notfälle um sie zu beheben?

Um zu zeigen dass es sich bei unseren Problemen und unseren Forderungen nicht um Einzelfälle handelt, haben wir auch diesmal weit über 100 Unterschriften von Mieter*innen beigelegt, die die Forderungen unterstützen.

Wir warten auf ihre Handlungen. Tun sie etwas!

die Mieter*innen der LEG in Berg Fidel

Abbuchungen ohne Abrechnungen? LEG – Es reicht!

Wie in jedem Jahr hatten in den letzten Monaten auch viele LEG-Mieter*innen in Berg Fidel ihre Nebenkostenabrechnungen für das vergangene Jahr im Briefkasten.

In diesem Jahr kam für über 200 Mietparteien in unserer Nachbarschaft die große Überraschung direkt auf das Konto. Nachzahlungen wurden direkt abgebucht, eine Abrechnung gab es allerdings nicht.

#LEG – wie kann es sein, dass über 200 Mietparteien keine Abrechnung erhalten haben, ihr aber dennoch Geld einzieht oder uns mit Mahnkosten droht?

Das akzeptieren wir nicht!

Wir fordern darum weiterhin transparente Nebenkostenabrechnungen, die uns schriftlich rechtzeitig geschickt werden! Zudem fordern wir einen kompetenten Ansprechpartner vor Ort, den wir bei solchen Fehlern ansprechen können und der verantwortlich unsere Probleme löst!

Für die Interessen der Mieter – nicht der Aktionäre!

Forderungen der Mieter und Mieterinnen aus Berg Fidel an die LEG

1: Wir fordern einen zentralen Hausmeisterdienst in Berg Fidel!

Wir fordern einen kompetenten Hausmeister in Berg Fidel, der mit einer Vollzeitstelle zu festen Terminen vor- und nachmittags ansprechbar ist. Er soll die Situation im Stadtteil kennen, kleine Reparaturen erledigen und ggf. Handwerker vermitteln. Zudem soll er die Ordnung im Stadtteil und die Arbeit der externen Dienstleister (Müllentsorgung, Reinigung, Grünflächen) kontrollieren. Zusätzlich soll er auch für die Wohnungsvermittlung ansprechbar sein und Termine bei der Verwaltung vergeben.

Wir wollen einen Hausmeister der kompetent unsere Probleme löst.

Wir wollen nicht mehr weitergeleitet werden!

2: Wir fordern feste Sprechstunden der Verwaltung im Stadtteil

Wir fordern eine regelmäßige Sprechstunde der Verwaltung in Berg Fidel, die zuständig ist für die Wohnungsvermittlung und Verwaltungstätigkeiten wie das Erstellen von Mietbescheinigungen. Die Verwaltung soll auch ansprechbar sein für die Nebenkostenabrechnungen und diese verständlich erklären können. Die Sprechstunde soll mindestens alle zwei Wochen stattfinden.

Auch hier wollen wir kompetente Ansprechpartner vor Ort und nicht mehr weitergeleitet werden!

3: Wir fordern transparente und verständliche Nebenkostenabrechnungen!

Die Nebenkostenabrechnungen sind für uns Mieter nicht nachvollziehbar, besonders seit der Digitalisierung der Ablesegeräte. Viele von uns verstehen die Abrechnungen nicht und fühlen sich dadurch betrogen. Besonders bei den hohen Nachzahlungen für viele von uns verstehen wir die Gründe nicht und werden bei Nachfragen wieder nur weitergeleitet.

Wir fordern transparente und nachvollziehbare Abrechnungen, sowie eine kompetente Verwaltung, die uns Fragen zur Abrechnung beantworten kann.

Schluss mit dem ewigen Weiterleiten!

Wir organisieren uns als Frauen in Berg Fidel Solidarisch

Frauen-AG von Berg Fidel Solidarisch

Wer?

Wir, die Frauen-AG, sind Teil von Berg Fidel Solidarisch und haben uns letztes Jahr gegründet. Wir möchten hier über die bisherige Arbeit berichten und Euch einladen bei uns mitzumachen.

Warum?

“Wir wollen uns hier im Viertel zusammen organisieren, gemeinsam unser Leben verbessern und solidarisch gestalten”, sagt Dorit, eine der Frauen aus der Frauen-AG von Berg Fidel Solidarisch. In der Gesellschaft sind es vermehrt Frauen, die oft kein Gehör finden, nicht ernst genommen werden, deren geleistete Arbeit unsichtbar bleibt oder nicht ausreichend wertgeschätzt wird. Um das zu ändern müssen wir im Kleinen anfangen. „Wir möchten den Frauen aus dem Viertel eine Stimme geben und lernen einander zuzuhören”, sagt Dorit weiter.

Wie?

Um zu erfahren, wie das Leben und die Erfahrungen der Frauen im Viertel sind, begannen wir letzten Sommer mit Frauen-Befragungen auf der Straße. Seitdem sprechen wir über die Lebens- und Wohnsituation von Frauen: Wie ist die Aufgabenverteilung zu Hause? Wie sicher fühlen Frauen sich im Viertel und nachts auf der Straße? Wie ist der Kontakt zu den Nachbar*innen? Gibt es Angebote, die genutzt oder sich gewünscht werden? Auch sprechen wir darüber, ob manche die Erfahrung haben, nicht ernst genommen oder ungleich behandelt zu werden, weil sie Frauen sind.

Dabei kommt oft der Wunsch auf, sich als Frauen zu treffen, sich kennenzulernen und zu besprechen, was uns beschäftigt. Aber auch, dass zusammen diskutiert und Probleme geteilt werden oder einfach gemeinsam gegessen werden kann.Kinder sollten dabei auch willkommen sein.

So haben wir letzten Herbst das bisher einmalige Frauenfrühstück in der Alten Post veranstaltet, was demnächst in ähnlicher Form regelmäßig stattfinden soll. Wie genau wir uns zusammentun wollen und wie wir am besten Veränderungen erreichen können, möchten wir gemeinsam mit möglichst vielen von Euch herausfinden.

So geht‘s weiter

In den Gesprächen haben wir viele Geschichten und Erfahrungen gehört. Wir möchten, dass Eure und unsere Meinungen und Erfahrungen wichtig sind und Gehör finden. Unser aller Probleme sind oft kein Einzelfall es gibt viele, denen es ähnlich geht. Wir wollen nicht länger alleine sein! Lasst uns uns zusammenschließen und uns gegenseitig unterstützen, denn gemeinsam können wir etwas verändern! Gemeinsam sind wir stark!

Erste Ausgabe unserer Stadtteilzeitung!

Neben der Koordination einer solidarischen Einkaufshilfe aufgrund der Corona-Krise sammeln wir jetzt Erfahrungen und Berichte von Menschen in Berg Fidel. In dieser Zeitung wollen wir solche Berichte sowie Beiträge, Forderungen und Analysen rund um das Thema Corona und dessen Auswirkungen auf unser Leben, unsere Arbeit, die Politik und Wirtschaft usw. veröffentlichen.

Warum machen wir das?

Die Krise macht für viele von uns das Leben schwerer. Zur Zeit werden vom Staat viele Hilfspakete zur „Rettung der Wirtschaft“ beschlossen. Die Menschen dürfen dabei nicht auf der Strecke bleiben! Wir setzen unsere Solidarität dagegen! Unsere Stimmen sind wichtig und müssen sichtbar werden. Wie geht es nach der akuten Krise weiter? Wir können uns gemeinsam vorbereiten und politische Forderungen für die kommende Zeit finden – damit unser Leben besser und leichter wird!

Hier könnt ihr unsere erste Stadtteilzeitung nun also auch digital lesen.

Und wenn ihr in Berg Fidel wohnt und erzählen möchtest, wie euer Leben von der Krise betroffen ist oder was euch beschäftigt, dann schreibt uns gern!

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Wir zahlen nicht für eure Profite!

DIE KRISE BETRIFFT VOR ALLEM UNS !

Gerade jetzt ist es wichtig, die Menschen in unserem Viertel zu unterstützen. Auch viele Personen, die nicht zu Risikogruppen gehören, sind schon jetzt von dieser Krise betroffen. Alleinerziehende, die ihre Kinder nun zuhause betreuen müssen, Leiharbeiter*innen, die keine Arbeit mehr finden, Menschen, die gekündigt werden sollen, Geflüchtete, deren Maßnahmen gestrichen werden. Das bedroht viele Men- schen, insbesondere diejenigen, die sowieso schon schlecht dastehen. Wir sehen nun außerdem deut- lich, wie schlimm es ist, dass in den letzten Jahren das Gesundheitssystem kaputt gekürzt wurde. Ärzt*innen und Pfleger*innen müssen das jetzt auffangen und sind schon jetzt überlastet.

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Corona: Solidarische Hilfe im Viertel

Liebe Nachbarschaft!

Wir möchten Menschen, die durch das Corona-Virus besonders
gefährdet sind (z.B. Ältere oder Kranke) und es deswegen möglichst vermeiden wollen raus- bzw. unter Menschen zu gehen unsere Hilfe anbieten: Beim Einkaufen, Sachen zur Post bringen oder abholen, in die Apotheke gehen, mit dem Hund spazieren oder andere Dinge erledigen. In einer WhatsApp-Gruppe wollen wir HelferInnen in Berg Fidel miteinander vernetzen. Dieser Aufruf richtet sich vor allem an Menschen, die nicht zu Risikogruppen zählen, also Menschen ohne Vorerkrankungen und junge Leute. Es ist wichtig, dass jetzt viele Menschen zusammenkommen, um eine solidarische Einkaufshilfe zu organisieren! Denn wir wollen niemanden alleine lassen.

Du kannst helfen?

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Gemeinsam erkämpft: Unser erster Erfolg gegen die LEG!

Ankündigung: Hausmeisterbüro öffnet wieder

Wir haben uns versammelt, diskutiert, 400 Unterschriften gesammelt und eine Demonstration vorbereitet – wegen Corona konnte diese leider nicht stattfinden. Nur durch unseren gemeinsamen Kampf haben wir den Druck auf die LEG erhöht. Deswegen hat der Konzern angekündigt, das Hausmeisterbüro wieder zu öffnen. In einem Brief an alle Mieter*innen hat die LEG versprochen, eine wöchentliche Sprechstunde im Hausmeisterbüro durchzuführen – sobald sich die Gefahr durch Corona gelegt hat.

LEG hat Angst vor unserer Stärke!

Das ist unser erster Erfolg für die Forderung nach einen verlässlichen Hausmeister. Auch das nun erste Reparaturen stattfinden, ist Ergebnis unseres Kampfes. Es zeigt uns, dass wir wirkliche Verbesserungen erreichen können, wenn wir gemeinsam dafür kämpfen! Unsere Stärke ist, das wir viele sind. Unsere Waffe ist die Solidarität. Damit machen wir der LEG Angst! Wir wissen, dass dieser erste Erfolg nicht ausreicht und wir wollen noch viel mehr erreichen. Wir glauben der LEG erst, wenn wir Verbesserungen sehen!

Wie geht es weiter?

Zur Zeit ist es nicht möglich, weitere Treffen durchzuführen. Aber: Wir werden weitermachen, sobald es wieder geht. Gemeinsam kämpfen wir für bessere Wohnungen, niedrigere Mieten und ein gutes Leben für alle Menschen! Wir alle zusammen sind Berg Fidel Solidarisch !

Haltet euch auf dem Laufenden und kommt in unsere Facebook-Gruppe!

Mieter*innen organisieren sich gegen LEG-Konzern

Versammlungen, Unterschriftensammlung und Demonstration

Ein Viertel macht Mobil: Der LEG-Konzern macht Millionen-Profite auf dem Rücken der Mieter*innen aber kümmert sich nicht um Instandhaltungen und dringend notwendige Reparaturen der Wohnungen. Auch in den knapp 700 LEG-Wohnungen im Münsteraner Stadtteil Berg Fidel leiden die Bewohner*innen darunter, dass die Mieten steigen, während gleichzeitig die Wohnqualität immer weiter abfällt. Das wollten die Menschen in Berg Fidel nicht länger hinnehmen und haben sich unter dem Motto »Gemeinsam sind wir stark!« als »Berg Fidel Solidarisch« zusammen geschlossen. »Wir lassen uns das nicht länger gefallen. Unsere Stärke liegt darin, dass wir viele sind und uns solidarisch zusammen tun. Im Kapitalismus zählt nur der Profit – doch gemeinsam kämpfen wir jetzt für bessere Wohnungen, niedrigere Mieten und ein gutes Leben für alle Menschen!«, sagen die Bewohner*innen entschlossen. Auf einer Versammlung trafen sich 80 Anwohner*innen und beschlossen als ersten Schritt Unterschriften für ihre Forderungen zu sammeln und diese mit einem Brief an die LEG zu schicken. Innerhalb von vier Wochen schlossen sich 400 Mieter*innen mit ihrer Unterschrift an.

LEG-Geschäftsbericht vom 9. März: Die LEG ist nach Vonovia und Deutsche Wohnen der drittgrößte Wohnungs-Konzern in Deutschland. Dass die Profitorientierung den Mieter*innen schadet, spiegelt sich auch im vor kurzem veröffentlichten Geschäftsbericht der LEG für das Jahr 2019. Der kapitalistische Miethai plant an seine Aktionäre eine Dividende von 248 Millionen Euro auszuzahlen – Profit der aus den Mieter*innen von 134.000 Wohnungen herausgepresst wurde. Ein Aktiver rechnet vor: »Wenn diese Summe durch die Anzahl der Wohnungen geteilt wird, kommt dabei eine Dividende von 1.850 Euro pro Wohnung heraus. Was bedeutet das? Die Miete könnte durchschnittlich um 1.850 Euro pro Jahr gesenkt werden und das ohne Verschlechterungen der Wohnqualität! Das einzige, dass sich dafür ändern müsste, ist dass wir den Kapitalisten nicht mehr erlauben auf unsere Kosten reich zu werden. Schluss damit: Keine Profite mit der Miete!«

Sinkende Wohnqualität und Abzocke: So stellt der inzwischen privatisierte und börsennotierte Konzern keinen Hausmeister mehr für die über 2.000 Mieter*innen in Berg Fidel, was ihn aber nicht davon abhält, diesen weiterhin in den Nebenkosten abzurechnen. »Diese Abzocke macht uns sauer – wir zahlen für einen Hausmeister, den es nicht mehr gibt. Früher gab es einen ansprechbaren Hausmeister mit eigenem Büro und Öffnungszeiten im Viertel«, erzählt eine langjährige Mieterin. Seit dies nicht mehr der Fall ist, findet keine angemessene Instandhaltung der Wohnungen mehr statt, dringend notwendige Reparaturen bei Schimmelbefall, defekten Fenstern oder gar Heizungen bleiben aus.

Housing Action Day – Geplanter Protest vor Konzern-Niederlassung: Da außer PR-Sprechblasen vom Konzern noch nichts zu hören war, wird jetzt für den 24. März zu einer Demonstration zur LEG-Niederlassung im Münster mobilisiert. »Wir lassen uns nicht weiter von verlogenen Versprechen der LEG für dumm verkaufen. Wir werden nicht locker lassen bis unsere Ziele erreicht sind und der Konzern wird sich noch auf einiges gefast machen müssen!«, warnen die Aktiven von »Berg Fidel Solidarisch«.